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Um einen Behindertenbegleithund zu bekommen, sollte man erstmal darüber nachdenken, was diese besonderen Hunden können müssen/sollten. Natürlich spreche ich hier nicht nur über den Behindertenbegleithund, sondern überhaupt über Hunde, die Menschen helfen. Sei es der Blindenführhund, der Hund für Hörgeschädigte, der Therapiehund und natürlich dem Hund der verschüttete Menschen findet.
In erster Linie geht es mir allerdings um den Hund für motorisch Behinderte, dem sogenannten Behindertenbegleithund.
Seit dem 13.01.09 gibt mir die GWK (Gemeinnützige Werkstätten Köln GmbH) die Möglichkeit mit Sandro (mein Labrador) und Attila (mein Irish Wolfhound) ehrenamtlich die Mitarbeiter zu besuchen. Ich möchte dafür sorgen, dass sich die Menschen mit Behinderung auf Hunde einstellen und mit ihnen arbeiten. Attila soll nur als Therapiehund eingesetzt werden. Menschen die stark eingeschränkt sind, sollen sich auf Attila einstellen lernen. Sandro wird mit Menschen arbeiten, die eine Behinderung haben. Dies ist erstmal ein ganz kurzes Statement, natürlich folgen hier Bilder und Beschreibungen.
Hier kommt erstmal eine kurze Beschreibung zum Blindenführhund
Die Blindenführhundebewegung begann in Deutschland. Das Deutsche Rote Kreuz bildete Hunde aus, die beim Auffinden von Verletzten auf den Schlachtfeldern halfen. Als dabei die breiten Einsatzmöglichkeiten erkannt wurden, begann man Hunde zu schulen, um erblindete Soldaten des Ersten Weltkrieges zu führen. Bis zum Jahre 1919 gab es mehr als 500 Kriegsblinde, denen Blindenführhunde zur Seite standen. Damals waren es meist Deutsche Schäferhunde, die diese Aufgabe übernahmen. 1923 wurde in Potsdam ein großes Ausbildungszentrum errichtet, man erzielte rasche Fortschritte, und bis Anfang der 1930er Jahre hatte man insgesamt mehr als 4.000 Deutsche Schäferhunde als Blindenführhunde ausgebildet. Damals stellte der Leiter des Ausbildungszentrums folgende drei Schlüsselfaktoren zusammen, die zum erfolgreichen Blindenführhund führen:
1. Auswahl von Hunden guter Qualität, körperlich gesund und mit gutem Wesen.
2. Anpassung der Fähigkeit des Hundes an die Anforderungen und das Leistungsvermögen des Blinden
3. Weitere Hilfe für Hund und Besitzer auch nach der Schulung, wenn sie nach Hause zurückgekehrt sind.
Der gute Ruf dieser Arbeiten in Potsdam verbreitete sich weltweit. Im Jahre 1927 besuchte Dorothy Eustis, eine in der Schweiz lebende amerikanische Dame, dieses Zentrum. Sie übernahm die große Aufgabe, die Blindenführhundebewegung in Amerika und Großbritannien einzuführen. In ihren Zwingern - Fortunate Fields - züchtete und trainierte Dorothy Deutsche Schäferhunde für Armee-, Polizei- und Zolldienste. Hauptziel von Fortunate Fields war es, ein Zuchtprogramm zu entwickeln, das Hunde hervorbrachte, die sich für ein breites Aufgabengebiet eigneten. Im Jahre 1928 trainierte Dorothy ihre ersten zwei Deutschen Schäferhunde als Blindenführhunde. Ein begeisterter Amerikaner - Morris Frank - überredete sie, ihm einen dieser Hunde zu überlassen. Und mit seinem neuen Hund Buddy ander Seite, kehrte Morris ind die Vereingten Staaten zurück. Kurze Zeit danach, kehrte auch Dorothy Eustis in ihr Heimatland zurück, und gemeinsam mit Morris Frank stellte sie sich der Aufgabe, die Organisation “The Seeing Eye” in den USA aufzubauen.
1931 sah sich Dorothy Eustis in der Lage, William Debetaz, einen Instruktor der The Seeing Eye School nach England zu schicken, um hier die ersten Blindenführhunde für ihre Besitzer auszubilden. Auch dies waren alles Deutsche Schäferhunde. In den 1930er Jahren war die The Guide Dogs for the Blind Association weitgehend auf erwachsene Hunde angewiesen, die ihnen gestiftet wurden. Dabei waren Deutsche Schäferhunde und Border Collies die am häufigsten angebotenen Rassen.
Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges ging die Rassehundzucht stark zurück, umso weniger Deutsche Schäferhunde guter Qualität wurden der Organisation gestiftet. So wendete man sich anderen Hunderassen zu. Man probierte es mit verschiedenen Rassen - Border Collies, Dalmatiner, Airedale Terrier und den verschiedenen Retrievertypen - aber zu dieser Zeit waren es nur die Border Collies, denen man die notwendigen Qualitäten zuschrieb. Nach dem 2. Weltkrieg gab es Deutsche Schäferhunde wieder in größerer Anzahl als Blindenführhunde. Es dauerte noch eine ganze Zeit, ehe sich der Labrador so entwickelt hat, dass man ihn für diese Aufgabe als brauchbar ansah - ziemlich überraschend, wenn man daran denkt, dass diese Rasse heute die Blindenführhunde in der ganzen Welt dominiert.
Auswahl der Einzeltiere
Labrador Retriever
° Ein leichtführiger, freundlicher, unterordnungsfreudiger Hund. Dadurch ist er für Ausbildung und Kontrolle im Allgemeinen recht
  ansprechbar.                   
° Seine Frühreife erlaubt, dass er früher als die meisten anderen Rassen zur Ausbildung eingesetzt werden kann, entsprechend ist sein
  Arbeitsleben länger.
° Sein Fell lässt sich leicht pflegen, aber einige Hundebesitzer sehen im Labrador-Haar eine Einschränkung für das Zusammenleben mit
  der Rasse.
° In der Öffentlichkeit hat die Rasse einen sehr guten Ruf.
° Die Erfolgsrate beim Labrador liegt bei 65 % (Zahlen 1998), bei Labrador-Kreuzungen kommt es sogar zu einer Erfolgsrate von 74 %.

Zu den weniger angenehmen Eigenschaften der Rasse gehört ihre Neigung, überall u schnüffeln und Futter aufzunehmen, ein Labrador ist immer hungrig

Golden Retriever
° Dieser Hund besitzt ein ganz besonders angenehmes, liebevolles, freundliches Wesen bei einem nützlichen Grad an
 Konzentrationsfähigkeit und Eigeninitiative.
° Weniger futtergierig als der Labrador.
° Wechselt das Fell nicht so stark wie der Labrador.
° Wie der Labrador bringt auch der Golden Retriever eine Erfolgsrate von 65 % (Zahlen 1998), auch Golden-Kreuzungen führen zu einer 74
  % Erfolgsrate.

Der Golden Retriever ist in seiner Entwicklung im Allgemeinen etwas langsamer als der Labrador. Wird aber sein Erziehungsstand nach der Ausbildung erhalten, wachsen seine Fähigkeiten mit dem Reiferwerden noch weiter. Es gibt auch in seinem Wesen Aspekte, welche die Fortschritte der Ausbildung verlangsamen - er ist mittel- bis hochempfindlich, dies kann seine Arbeitsfreude und Eigeninitiative beeinträchtigen. Unter Empfindlichkeit ist zu verstehen, wie diese Rasse mit Berührung, Klang, Tonfall und Behandlung durch ihren Führer umgeht.

Weitere Hunde wie: Deutscher Schäferhund, Border Collie, Kreuzung Labrador-Golden Retriever, Kreuzung Curly Coated Retriever-Labrador werden später beschrieben.

 

Hunde für motorisch Behinderte
Die positiven Effekte, die Tiere auf Patienten ausüben können, sind bis zurück ins 18. Jahrhundert in der Literatur erwähnt. Erste Versuche erfolgten in York Retreat, einer Psychiatrischen Klinik, deren Verdienste weltweit anerkannt sind. Sie ermutigte Patienten als Teil des Rehabilitationsprogramms, Kaninchen und Geflügel zu betreuen. Aber es liegt erst etwa zwanzig Jahre zurück, dass wissenschaftliche Studien die Beziehungen zwischen Tieren und Menschen näher untersuchten, ebenso die praktischen Hilfen dieser Beziehung , die offensichtlich möglich sind.
Es gibt heute in den USA und in Europa viele Organisationen, die Hunde als Hilfen für Behinderte ausbilden. Die Canine Companions for Independence in Santa Rosa, Kalifornien, ist eine dieser Organisationen. Seit mehr als 22 Jahren bildet sie Behindertenbegleithunde aus. Ihr Erziehungsprogramm ist in drei Kategorien aufgeteilt: service dogs (Behinderbegleithunde), hearing dogs (Hunde für Hörgeschädigte) und social dogs (Besuchshunde). Viele Schulen in Übersee betreiben ein ähnlich kombiniertes Ausbildungsprogramm. Dadurch können geeignete Hunde - einmal übernommen - entsprechend ihrer Fähigkeiten und ihrem Temperament in geeigneter Weise ausgebildet werden. Besonders häufig werden die Rassen Labrador und Golden Retriever als service dogs eingesetzt oder als assistance dogs - wie man sie auch nennt.
Francis Hay, selbst schwer an Knochenkrebs erkrankt, gründete 1986 in England Dogs for the Disabled. Diese Organisation nahm einen steilen Aufschwung. Francis war eine große Hundeliebhaberin, glaubt, dass ihr eigener Haushund Kim ausgebildet werden könnte, um Aufgaben abzunehmen, die für sie immer schwieriger wurden. Öffnen und Schließen von Türen. Ein- und Ausschalten von Licht, Aufheben gefallener Gegenstände, Abholen des Milchkorbs, der Zeitung und der Post, das sind nur einige der Aufgaben, die Kim erlernte. Als Francis sich bewusst wurde, wie sehr ihr Hund ihr half, erkannte sie, dass dies auch für Menschen in ähnlichen Situationen etwas war, wovon sie große Vorteile hätten. Sie war eine entschlossne Dame, motivierte eine kleine Gruppe gleichgesinnter Familienmitglieder und Freunde - so wuchs aus kleinsten Anfängen die Organisation heran. Leider starb Francis 1990, aber ihr leidenschaftlicher Glauben an die Vorzüge von Behindertenbegleithunden wurde von Freunden und der Familie weitergetragen. Bereits 1988 ist die charity offiziell eingetragen worden.

Verbundenheit und Kommunikation

Biophilie
Die Biopilie-Hypothese versucht, die Ursache der besonderen Beziehung zwischen Mensch und Tier zu erklären. Erstmals wurde sie 1984 von dem Biologen Edward O. Wilson in seinem Buch "Biophilia: The Human Bond with Other Species" ausgeführt und besagt, dass der Mensch ein angeborenes Interesse an allem Lebendem hat. Wilson geht davon aus, dass der Mensch eine emotionale Affinität zum Leben und zu lebensähnlichen Prozessen hat. Er setzt sich mit allen Lebensformen und Lebensprozessen auseinander und empfindet eine Verbundenheit mit allen lebenden Spezies (Olbrich/Otterstedt, 2003, s. 381).
Somit gibt es eine "Verwandtschaft" zwischen Mensch und Tier, ein Bedürfnis des Menschen, eine Verbindung mit anderen Lebewesen einzugehen.
Für den Menschen ist nicht nur der materielle Gewinn aus der Tierhaltung von Nutzen, das Tier dient dabei also lediglich als Nahrungs- und Kleidungslieferant, vielmehr kann er auch aus dem Verhalten der Tiere Informationen über seine Umwelt erhalten, die er wiederum für sein eigenes Leben und Überleben verwertet. Die Verhaltensweisen übertragen sich auf den Menschen, so haben beispielsweise Fische in einem Aquarium eine beruhigende Wirkung, während etwa ein Behindertenbegleithund vor Gefahren warnt und ihnen ausweicht. Der Mensch reagiert auf die Signale der Tiere, da er eine Bindung zu ihnen hat und diese ist Grundlage dafür, das Ausdrucksverhalten richtig zu deuten. Da auch Kinder, wie alle Menschen ein besonderes Ineresse an Lebendigem haben, kann davon ausgegangen werden, dass sie schon sehr früh das Tier als Kategorie verinnerlichen. Sie reagieren auffallend häufig auf Tiere und haben das Vermögen, auch wenn die Sprachentwicklung noch nicht abgeschlossen ist bzw. erst anfängt, durch Lautgebung nachzuahmen. Vielleicht sind sie manches Mal sogar ein Schlüsselreiz, um Stimme und Sprache zu entdecken. Somit sind sie in der Lage Tiere zu unterscheiden und ihnen Namen zu geben. Diese besondere Aufmerksamkeit, die gerade Kinder gegenüber den Tieren aufbringen, mag an der Lebendigkeit und Bewegung der "Verwandten" liegen, legt aber nach der Biophilie-Hypothese auch eine emotionale Verbindung zu ihnen nahe. Diese Verbindung ist daher sehr gut geeignet Interesse, gerade bei Kindern zu wecken, um eine erfolgreich pädagogische und therapeuthische Arbeit mit Tieren zu ermöglichen. Begründet ist dieses angeborene Interesse an Lebendigem durch den biologischen Prozess der Evolution. Der Mensch hat sich immer im Zusammenhang mit anderen Lebewesen entwickelt, hat sich stets an dem was die Natur gibt und wie sich die Lebewesen in ihr bewegen orientiert. Dazu gehörte es zwangsläufig, sich in gleichen Landschaften und Ökosystemen aufzuhalten. Diese enge Verbundenheit ist bis heute erhalten geblieben.
"Es sind wirklich die Gründe, weshalb man ein Tier wie Topsy (oder Jofi) mit so merkwürdiger Tiefe lieben kann, die Zuneigung ohne Ambivalenz, die Vereinfachung des Lebens, von dem schwer erträglichen Konflikt mit der Kultur befreit, die Schönheit einer sich vollendeten Existenz. Und bei aller Fremdartigkeit der organischen Entwicklung doch das Gefühl einer inigen Verwandtschaft, einer unbestrittenen Zusammengehörigkeit. Oft, wenn ich Jofi gestreichelt, habe ich mich dabei ertappt, eine Melodie zu summen, die ich ganz unmuskalischer Mensch als die Arie aus dem Don Juan erkennen musste: Ein Band der Freundschaft bindet uns beide.....
(Sigmud Freud an Marie Bonaparte, 6 Dez. 1936 (zit. n: Rheinz, 1994, S. 82)

Du-Evidenz
"Noch bist du für mich nichts als ein kleiner Junge, der hunderttausend kleinen Jungen völlig gleicht. Ich brauche dich nicht, und du brauchst mich ebenso wenig. Ich bin für dich nur ein Fuchs, der hunderttausend Füchsen gleicht. Aber wenn du mich zähmst werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzig sein in der Welt. Ich werde für dich einzig sein in der Welt...." (Saint -Exupéry, 1988, S. 93f)
Mit diesem Zitat aus "Der kleine Prinz" wird deutlich, was unter Du-Evidenz zu verstehen ist. Sie bezeichnet die Tatsache, dass Menschen und höhere Tiere eine Beziehung miteinander eingehen können, die denen gleicht, die Menschen bzw. Tiere untereinander eingehen.
Dabei geht die Initiative zumeist vom Menschen aus, ob das Tier diese Evidenz erwidert oder nicht bleibt dabei unerheblich, von Bedeutung ist die "subjektive Gewissheit, es handle sich bei einer solchen Beziehung um Partnerschaft" (Greiffenhagen, 1991, S.26).
Auch Teutsch seht es als unwesentlich an, ob die Du-Evidenz auf Gegenseitigkeit beruht, sie ist vielmehr "auch einseitig möglich und das setzt keine rational verarbeitete Wahrnehmung des anderen voraus, sondern beruht auf Erleben und Emotionen" (Teutsch in: Gebhardt, 1994, S. 15). Die Du-Evidenz stellt die Grundlage für eine Beziehung zwischen Mensch und Tier und einer nonverbale Kommunikation dar und ist eine "unumgängliche Voraussetzung dafür, dass Tiere therapeutisch und pädagogisch helfen können" (Greiffenhagen, 1991, S. 28)
Tiergestützte Pädagogik und Therapie
Das Tier als Dialogpartner kann Heilungsprozesse bei erkrankten Menschen auslösen, bzw. sie unterstützen. Dieses Ziel kann durch verschiedene Interaktionen und Tiere verfolgt werden, schon alleine der Blickkontakt kann verschiedene Empfindungen auslösen. Gerade unerwartete Kontakte zwischen Mensch und Tier können Impulse geben für einen heilenden Prozess. Lässt der Mensch sich auf einen Kontakt ein, von dem er keine bestimmten Erwartungen hat und im Unterschied zu menschlichen Begegnungen kein handlungsleitendes Motiv verfolgt, sondern sich vielmehr abwartend und gespannt gegenüber einer neuen Situation verhält, so mögen sich Wirkungen auf Körper, Geist und Seele einstellen. Diese sind z. B. Muskelentspannung und Veränderung der Pulsfrequenz, ehöhte Konzentration, verbale und nonverbale Kommunikationsförderung sowie die Steigerung des Selbstwertgefühls und das Empfinden von Vertrauen bzw. die Stärkung des Selbstvertrauens.
Die vertrauenssteigernden Begegnungen geschehen auf der Grundlage der unvoreingenommenen Annahme des Gegenüber. Das Tier kennt den Menschen nicht als fehlbares Wesen, es kennt die jeweilige Vergangenheit nicht, so dass es ihm auch nicht bewertend gegenüber steht. Es ist ausschließlich der gegenwärtige Augenblick von Bedeutung, der den Menschen womöglich aus seiner Isolation herauslockt, Erinnerungen wachruft und so neuerliche Gefühlsregungen hervorruft (dies ist insbesondere im Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen wichtig) oder durch die bloße Anwesenheit Freude und ein damit einhergehendes Wohlgefühl verursacht. Am therapeutisch wirksamsten ist die freie Begegnung zwischen Mensch und Tier.
Deutlich wird hier, dass nicht allein das Tier Impulse für heilende Przesse auslöst, sondern vielmehr die freie Begegnung zwischen Mensch und Tier als therapeutisches Mittel genutzt wird. D. h. der Therapeut verfolgt ein bestimmtes Therapieziel und nutzt das Tier also als Mittler, bzw. als Auslöser für die beim Klienten forcierten Verhaltensäußerungen bzw. veränderungen. Dem Tier werden hierbei keine bestimmten Verhaltensweisen abverlangt, es bleibt dem gemeinsamen Begegnungsfeld überlassen, in welcher Form eine Annäherung stattfindet. Anhand der Beobachtungen dieser Begegnung, kann der Therapeut einiges über Charakter und Eigenschaften des jeweiligen Klienten ablesen. Reagiert dieser ängstlich, distanziert oder zurückhaltend, geht er auf das Tier zu, gestaltet er die Begegnung förderlich, ist er dominant, herrisch oder einnehmend all das kann dem Therapeuten Aufschluss über das Sozialverhalten des Klienten geben. Eine Hinwegtäuschung über den tatsächlichen Gemütszustand ist in diesem freien Feld der Begegnung nur schwer möglich, denn gerade Tiere vermögen hier hinsichtlich der Authentizität des Klienten sehr feinfühlig Stimmungsschwankungen wahrzunehmen.
Das Tiere überhaupt in der pädagogischen und therapeutischen Arbeit hilfreich sind offenbart ihr lebendiges Wesen. Im Gegensatz u leblosen Dingen kann der Mensch eine Beziehung zu einem Tier aufbauen, sein Atem, die durchdringenden Augenkontakte, der Geruch und das warme Fell lassen keinen Zweifel über das Leben im besonderen als auch das Leben überhaupt aufkommt.
Der Mensch (ICH) also kommt nicht umhin das Tier (zunächst ES) in der ersten Begegnung als ein lebendiges Subjekt (DU) anzuerkennen und steht in Folge dessen mit dem Tier in einer Beziehung.
Nun aus rationalen, interessegeleiteten Verstandesüberlegungen heraus liesse sich diese Beziehung noch verleugnen, was einer Versachlichung des Tieres entspricht.
Wie sie sich im Verlauf gestaltet, welche subjektiven Wahrnehmungen sich einstelen und welche heilenden Prozesse ausgelöst werden ist auch die Aufgabe des Therapeuten im Sinne des Therapieziels.
D. h. also, dass es der Verantwortung einer professionellen tiergestützten Pädagogik und Therapie obliegt, die Begegnung zwischen Mensch und Tier stetig interessant zu gestalten, aktuell und problematische Beziehungen einzugehen, auf positive Tendenzen bestärkend einzugehen und Überforderungen, sowohl des Menschen als auch des Tieres u erkennen und entsprechend zu reagieren, um positive Effekte zu erzielen und nachhaltig zu bewahren, so dass das Potential der Mensch-Tier-Beziehung vollends genutzt werden kann und nicht in einer Starre verharrt.
So kann die therapeutische Beziehung zu dem Gegenüber, dem Du, durch eine gemeinsame Kommunikationsebene stattfinden, alleine die Bestätigung einer Imitation des Dialogpartners kann dann ein Gefühl des Angenommenwerdens erzeugen und alternative Kommunikationswege oder den Zugang zu neuen Dialogpartnern eröffnen. Dies wiederum geschieht nicht durch kognitive Prozesse, sondern durch die Loslösung von Ich-bezogenen Zweifeln und Ängsten, so dass durch die Annahme des Du eine Steigerung des Selbstwertgefühls und- bewusstseins einhergeht, körperliche, geistige und seelische Kräfte sowie soziale Talente be- bzw. gestärkt werden (vgl. Olbrich/Otterstedt, 2003, S.65).
So, dies waren nun ein paar Ausführungen, die für Sie vielleicht nicht so interessant sind, die aber wichtig für die Arbeit mit behinderten Menschen und Hunden/Tieren relevant sind.

Nun ein paar Informationen zu der Tätigkeit meiner Hunde.

Attila wird überwiegend zum streicheln, berühren, ansehen, beschnuppern, schmusen eingesetzt. Durch sein ruhiges Wesen, wirkt er beruhigend auf seine Umgebung und dem Menschen. Es gibt Menschen mit Behinderungen, die ein wenig ängstlich sind, wenn Attila kommt, diese Menschen verlassen den Raum und kommen wieder, wenn Sandro kommt. Ich arbeite mit beiden Hunden, setze sie aber getrennt ein.

Sandro arbeitet und spielt mit den Menschen. Der Mensch mit Behinderung lernt sich auf eine bestimmte Aufgaben zu konzentrieren. Sandro geht auf den Menschen ein und lässt sich von ihm Anweisungen geben. Ares ist zur Zeit in der Flegelphase. Er muss nun sehr viel lernen und wird erst wieder mit in die Werkstatt genommen, wenn er 13 Monate alt ist.

 

Ares im Platz Ares hat seinen 1. Tag Ares im Platz vor der Arbeit
Platz machen
Attila nimmt Kontakt auf1
Nächster Kontakt Bianca1
Auch eine Form von streicheln

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