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Hüftgelenkdysplasie

Meistens verursachen erblich bedingte Wachstumsstörungen der Beckenpfanne und des Oberschenkelkopfs ein missgebildetes Hüftgelenk. Die halbrunde Beckenpfanne passt nicht mehr zu dem pilz- oder walzenförmigen Kopf. Durch diese Inkongruenz nutzt sich das Hüftgelenk besonders stark ab, was Schmerzen und frühzeitige Arthroseentwicklung zur Folge hat.
Symptome der HD
Schwierigkeiten beim Aufstehen, vorwiegend nach längerem Liegen, aber auch beim Hinlegen. Wechselnde Lahmheit der Hinterhand, Bewegungsunwilligkeit und Trägheit, watschelnder Gang mit x-beiniger Stellung der Extremitäten.
Behandlung
Die Therapie der HD erstreckt sich mittlerweile über viele Bereiche. Halter von betroffenen Hunden können einiges tun, um ihren Lieblingen das Leben zu erleichtern.

 

Medikamentöse Therapie
Schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente (Analgetika) lindern nicht nur die Beschwerden, sondern tragen auch zur vorübergehenden heilung bei. Kortison wirkt bei akuten Gelenkbeschwerden Wunder und macht zusammen mit anderen Analgetika, die in geringer werdender Dosierung gegeben werden, die Schmerzen erträglich. Bedenken sollten Sie aber: Die Gabe von Kortison ist wegen seiner resistenzmindernden Nebenwirkung auf die Dauer gefährlich. Der Einsatz von Schmerzmitteln ist wegen der Nebenwirkungen immer nur in kurzen Kuren über maximal ein bis zwei Wochen sinnvoll
Bewegung oder Schonung?
Gleichzeitig Schonung des Hundes durch mäßige, aber unbedingt regelmäßige Bewegung, ist sehr wichtig. Zur Unterstützung des Bewegungsapparates empfehle ich den Hund schwimmen zu lassen, so oft es geht. Langsames Laufen am Fahrrad unterstützt auch. Aber bitte, wirklich langsames gleichmäßiges Laufen!
Ernährung
Achten Sie darauf, dass Ihr Hund nicht übergewichtig wird. Übergewicht bedeutet ebenfalls eine permanente Überbelastung des Bewegungsapparates. Ein übergewichtiger Hund sollte schnellstens auf Diät gesetzt werden. Beim heranwachsenden Hund ist die Ernährung ein weiterer Faktor bei der Entwicklung einer HD. Zu kalorienreiche, üppige Fütterung begünstigt zusammen mit dem Übergewicht als zusätzliche Belastung der Gelenke die Erkrankung. Beim älteren Hund setzt man mit wachsendem Erfolg Zusatzfutter mit Muschelextrakten, Teufelskralle, so genannte Glykosaminglykane (Knorpelbaustoffe), ein. Solche Futterzusätze machen den Knorpel offensichtlich weicher und elastischer. Der Vierbeiner braucht also weniger Schmerzmittel.

 

Hüftgelenksdysplasie

Auf der linken Seite der Abbildung sehen Sie eine Hüftgelenksfehlbildung = Hüftgelenksdysplasie (HD) Die rechte Seite zeigt ein gesundes Hüftgelenk

Hüftgelenksdysplasie 3 Abbildungen

Zum besseren Verständnis nochmals eine Abb.

Abb. A zeigt ein normales Hüftgelenk

Abb. B. zeigt eine mittlere HD

Abb. C. zeigt eine schwere HD

 

Woran erkennt man eine HD?
° Steht er langsamer auf als sonst?
° Legt oder setzt er sich während des Spaziergangs öfter als früher hin?
° Erscheint das Treppensteigen schwieriger?
° Springt der Hund nicht mehr ins bzw. aus dem Auto?
° Weicht er Ihnen aus, wenn Sie ihn ihm Hüftbereich streicheln oder bürsten wollen?
° Knurrt Ihr Hund Sie vermehrt ohne für Sie ersichtlichen Grund an?
Dies alles können Anzeichen für Schmerzen sein, Ihr Hund sollte unbedingt untersucht werden.
Erfolg bei der Behandlung der Schmerzen verspricht “wohl” auch die “Denervation”, die als neue Technik (die sogenannte “Pectineus - Neurektomie”) gerade in vielen Tierarztpraxen und- kliniken Erprobung findet. Nach Durchtrennung des verkrampften Pectineus - Muskels wird durch die Schmerzausschaltung (Nervenschnitt) ein lebenswertes Altwerden ermöglicht. Langzeitstudien über dies Methode liegen noch nicht vor. (Ich konnte leider nichts herausfinden). Bekannt ist aber schon, dass ein gewisser Anteil von Hunden auch nach der OP wieder Probleme beim Laufen bekommen, weil sich wieder neue, verhärtete Muskelstränge bilden.
Werden die Schmerzen so schlimm, dass auch starke Schmerzmittel keine Wirkung mehr haben, braucht der Patient eine neue, künstliche Hüfte, die Hüftgelenks-Endoprothese. sie besteht aus einer Pfanne aus Kunststoff, die in das Becken eingesetzt wird, und einem neuen Oberschenkelkopf nebst Hals aus Metall. Der alte, unbrauchbare Kopf wird abgesägt, der Oberschenkel aufgebohrt und der Metallschaft eingesetzt. Nach der Operation könnte der Hund zwar sofort wieder ohne Schmerzen laufen, die neue Hüfte muss aber erst in den Knochen einheilen. Deshalb ist ein Klinikaufenthalt mit strikter Zwingerruhe von mindestens 5 Tagen unumgänglich. Eine Hüftimplantation ist mittlerweile Standard in vielen Tierkliniken.
Seit Kurzem gibt es einen weiteren, neuen Therapieansatz. Er stammt aus der mehr ganzheitlichen, von der traditionellen chinesischen Medizin beeinflussten Tiermedizin: Die Goldimplantation, Goldakupunktur
Voraussetzung ist die Ausbildung und langjährige Erfahrung in der Akupunktur, ganzheitliche Orthopädie und Chirurgie.
Neben dem Röntgenbefund ist das gesamte Gangbild des Hundes in der Bewegung und Ruhe zu beurteilen, um den aktuellen Schmerzzustand des Hundes zu definieren. Mittels eines speziellen Untersuchungsverfahrens werden die für den Hund individuell wirksamen Akupunkturpunkte diagnostiziert und für die Implantation ausgewählt. Die Therapie ist exakt auf den einzelnen Hund abgestimmt. So können zwar Hund Benno und Hund Simbo beide eine Coxarthrose III. Grades aufweisen, doch unmöglich eine gleiches Schmerzmuster zeigen, allein schon wegen des unterschiedlichen Körpergewichtes, -bau, Gangart, Alters usw. Sie müssen unterschiedlich goldakupunktiert werden.
Nicht fachgerecht durchgeführt, können die Implantate die Gelenkkapsel und Nervenstränge dauerhaft und irreversibel schädigen.
Sollten Sie an dieser Methode interessiert sein, dann können Sie bei den einzelnen Landestierärztekammern erfahren, welche Tierärzte/innen eine Zusatzbezeichnung in Akupunktur aufweisen.
Welche Rassen sind betroffen?
HD tritt bei nahezu allen Rassen auf, zeigt sich aber überwiegend bei großen und schweren Tieren, wie zum Beispiel Dogge, Bernhardiner, Schäferhund, Berner Senne, Bobtail, etc. Lassen Sie sich beim Kauf solcher Rassevertreter vom Züchter eine Bescheinigung geben, dass Ihr Welpe einer seit mindestens drei Generationen HD-freien Linie entstammt. So reduziert sich das Risiko einer späteren Erkrankung wesentlich.

 

Was heißt HD - Röntgen?
HD ist die am meisten verbreitete Erbkrankheit. Nahezu alle Zuchtverbände großer und mittelgroßer Rassen schreiben zur Zuchtbeurteilung inzwischen standardisierte Röntgenaufnahmen der Hüftgelenke im Alter von einem Jahr vor. Diese werden je nach Zuchtverband von den zuständigen HD-Zentralen beurteilt. Nur HD-freie Tiere sollten zur Zucht zugelassen werden. Leider ist dies nicht bei allen Verbänden der Fall, obwohl die Erkrankung durch Zuchtausschluss bei verschiedenen Rassen erfolgreich bekämpft werden konnte.

 

Kein Hinweis auf HD
mittlere HD
schwere HD

Was ist eine Arthrose?
Arthrosen entstehen durch Abnutzung in den Gelenken. Im Verlauf des Lebens kommen sie durch altersbedingten Verschleiß in nahezu allen gelenkigen Verbindungen vor. Durch Gelenkmissbildungen, aber auch Verletzungen und Entzündungen entwickeln sich akute Beschwerden an den Gelenken (wie zum Beispiel Rheuma), die man als Arthritis bezeichnet. Sie ist die akute Form einer Arthrose. Typisch für Gelenkarthrosen sind Schmerzen, die vorwiegend nach längerer Ruhe oder Überbelastung auftreten. Regelmäßige Bewegung scheint die Beschwerden etwas zu lindern.

 

Ellbogendysplasie (ED)
ED entsteht durch ein in den meisten Fällen erblich bedingtes unterschiedliches Längenwachstum von Elle (Ulna) und Speiche (Radius). Dies führt bei großen, schweren Tieren, z. B. Berner Sennenhund oder Rottweiler, im Alter von sechs bis acht Monaten zu einer Stufenbildung im Ellbogengelenk.
Zu kalorienreiche und gehaltvolle Fütterung scheint wie bei HD die Erkrankung zu begünstigen. zudem spielen Übergewicht und dadurch bedingte Überbelastung, gelegentlich aber auch Verletzungen an der Wachstumsfuge der Speiche ein Rolle. Da sich die untere Wachstumszone der Speiche, die kurz oberhalb des Handwurzelgelenks beim jungen Hund als ringförmiger Wulst zu erkennen ist, hier zu früh schließt, bleibt die Speiche kürzer. Die weiter wachsende Elle hebt den Oberarm im Ellbogen an, so dass ein unterschiedlich breiter Gelenkspalt, also eine Stufe im Ellbogengelenk entsteht. Dies führt zu Fehlbelastungen der Knochenfortsätze im Gelenk, die Absprengungen von Knochenstückchen (Processus coronoidius) oder Lösung von Wachstumsfugen kleiner Knochenteile (Isolierter Processus anconeus) zur Folge haben. solche abgelösten Gelenkfortsätze gehen mit vermehrter Reibung und Funktionsstörung einher, eine Arthrose im Ellbogengelenk ist die Folge.
Symptome bei ED
Wechselnde Lahmheit einer oder beider Vorderläufe, die bei schweren Rassen im Alter von sechs bis acht Monaten auftritt, ist das erste Anzeichen der Erkrankung. Die Beschwerden treten vorwiegend nach längerem Liegen und beim Abwärtslaufen auf. Der Hund zeigt bei Überstreckung im Ellbogen deutliche Schmerzanzeichen.
Um eine ED festzustellen muss der TA Röntgenaufnahmen in mehren Ebenen und unterschiedlicher Beugung des Ellbogen machen. Durch die Aufnahmen lassen sich Stufen, abgelöste und isolierte Knochenteile im Gelenk erkennen. Nachfolgend zeige ich Ihnen einen Ellbogen in seitlicher Aufnahme, der eine Ellbogen ist normal, der andere zeigt eine massive Ellbogendysplasie.
Eine frühzeitige Operation bei noch geringer Stufenbildung ist als ideale Therapie erstrebenswert. Dabei entfernt der TA ein ein bis zwei Zentimeter langes Knochenstück aus dem mittleren Bereich der Elle, damit sich beim weiteren Wachstum des Unterarms die Stufe im Ellbogengelenk ausgleicht.
Abgesprengte Gelenk- und Knorpelkrümel (Processus coronoidius) müssen - soweit vorhanden entfernt werden, ein abgelöster Processus anconeus sollte wegen seiner wichtigen Funktion als Scharnierteil im Gelenk mit einer Schraube fixiert werden.Trotz dieser operativen Eingriffe ist eine Arthrose des Ellbogens beim älteren Vierbeiner nicht zu vermeiden. Sie muss wie die HD (von mir oben ja schon beschrieben) mit Analgetika, Schonung, Gewichtskontrolle, regelmäßiger, aber nicht übertriebener Bewegung und knorpelaufbauendem Zusatzfutter behandelt werden.
Auch bei der ED kann man sich über eine Goldakupunktur, Goldimplantation informieren!
Die ED kann bei ganz unterschiedlichen Hunderassen vorkommen:
Besonders große, schwere und grobknochige Rassen sind prädestiniert für dies Krankheit. Dazu zählen z. B. Rottweiler, Berner Sennenhund, Deutscher Schäferhund, Boxer, Bernhardiner, Dogge, Labrador, Golden Retriever, aber auch Basset und Dackel - auf Grund ihrer krummen Beine. Bei vielen großen Rassen ist das routinemäßige Röntgen auf ED heute Voraussetzung für die Zulassung zur Zucht. 

 

ED normal ED bei Sara
massive.ED
ED Aufnahme von vorne

Was versteht man unter einer Qualzucht?
Der Wunsch nach immer kleineren Hunden hat vermutlich durch zu enge Zuchtlinien dazu beigetragen, dass als “Inzuchterfolg” Missbildungen bei den Tieren auftraten. Zu diesem Krankheitskomplex gehört auch die Kniescheibenluxation kleiner Hunderassen, die - wenn sie nicht rechtzeitig operativ behandelt wird - zu Kniegelenkarthrosen führt. Zudem läuft der Zahnwechsel bei Kleinhunden oft unvollständig und verzögert ab. Vertreter von Zwergrassen leiden häufig an Zahnstein und Parodontose, so dass sie schon im frühen Alter von sieben bis acht Jahren kaum noch intakte Zähne besitzen. Ganz zu schweigen von den vielen kurzschnauzigen, kleinen Hunden, wie Shi-Tzu, Mops, Pekinese, Boston Terrier und Französischer Bulldogge, deren kurzer Oberkiefer nicht nur Probleme mit den Zähnen, sondern auch mit den Augen, beim Fressen und der Atmung verursachen.
Konrad Lorenz definierte das Kindchensyndrom, dem zufolge wir solche Hunde als bemitleidungswürdig und daher liebenswert empfinden.

 

Verkümmerung des Oberschenkelkopfs (Oberschenkelkopfnekrose)
Meistens sind Klein- und Zwergrassen von dieser vererbten Wachstumsstörung betroffen, die mit einer unvollständigen Ausbildung des Oberschenkelkopfs einher geht. Eine mangelhafte Gefäßversorgung lässt die obere Hälfte des Oberschenkelkopfs verkümmern, bis er abstirbt.
Symptome Es kann zu einer einseitigen, hochgradigen Lahmheit der Hinterhand kommen. Das Hüftgelenk rutscht dabei aus der Gelenkpfanne und verursacht Schmerzen. Dieses Erscheinungsbild zeigt sich meist sehr früh, nämlich bei Welpen / Junghunden im Alter von 5 - 6 Monaten.
Diagnose Wie auch bei allen vorigen genannten Gelenkerkrankungen, kann der TA nur über ein Röntgenbild eine Diagnose stellen. Also sollte Ihr kleiner Mann eine Lahmheit an den Hinterpfoten zeigen, dann gehen Sie bitte zu dem TA Ihres Vertrauens.
Behandlung Wenn festgestellt wird, dass es sich um eine Verkümmerung des Oberschenkelkopfs handelt, dann kommt nur eine operative Entfernung des verkümmerten Oberschenkelkopfes in Frage. Die Operation und die Vernarbung im Heilungsverlauf lassen einen bindegewebigen Gelenkersatz, eine so genannte Syndesmose entstehen. Das geringe Gewicht der Zwergrassen begünstigt die Heilung, die Patienten belasten das Bein schon einige Tage nach der OP.
Vorbeugende Maßnahmen Da es sich bei der Oberschenkelkopfnekrose um eine erbliche Missbildung handelt, die überwiegend bei Zwergrassen vorkommt, sollten / müssen betroffene Tiere von der Zucht ausgeschlossen werden.
Diese Rassen sind öfter betroffen
Yorkshire-Terrier, Rehpinscher, Chihuahua, Shi-Tzu, Malteser, Pudel und die Schnauzer.

 

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