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das_ist_mir_nicht_geheuer

Die Erziehung fÀngt schon beim Welpen an. In der so genannten PrÀgungsphase, lernen die Welpen von Mama und Wurfgeschwistern. Die Phase der Zuwendung zur Aussenwelt kann von Rasse zu Rasse unterschiedlich ausfallen. z. B. nimmt ein Golden Retriever vom 28. Tag bis zur 9. Woche diese Phase wahr. Ein Labrador hingegen von dem 35. Tag bis zur 9. Woche und ein Husky schon ab dem 17. Tag (lt. Feddersen Petersen).
FĂŒr die spĂ€tere Entwicklung des Hundes kann diese neueste Erkenntnis sehr wichtig sein. Auch wenn der Übergang von einer Phase in die nĂ€chste fliessend ist. So kann man halt erkennen, dass es von Rasse zu Rasse unterschiedliche ZeitrĂ€ume der Entwicklungsphasen gibt. Die dann auch wieder in der Erziehung der jeweiligen Rasse mit einfliessen sollten.So ist zum Beispiel ein SchĂ€ferhund auf dem ersten Blick leichter zu erziehen als ein Rottweiler. Ein SchĂ€ferhund kann bei “guter FĂŒhrung” schneller und sicherer arbeiten als ein Rottweiler, der ein “SpĂ€tzĂŒnder” ist. Der Rottweiler ist bei „guter FĂŒhrung” durchaus in der Lage alle ihm beigebrachten Kommandos und Spiele souverĂ€n und sauber auszufĂŒhren. Sein HundefĂŒhrer sollte halt geduldig an die Erziehung herangehen. Meine AusfĂŒhrungen lassen sich beliebig erweitern, aber ich möchte hier kein Buch schreiben, sondern nur informieren
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Bleiben wir noch bei der PrĂ€gungsphase, die in die Sozialisierungsphase ĂŒbergeht. Wie schon erwĂ€hnt, wird der Welpe schon in seinen ersten Lebenswochen durch seine Wurfgeschwister und Mutter geprĂ€gt. Der Welpe kommt dann in einem Alter von ca. 8 - 10 Wochen, in dieser Zeit ist er in einer Ă€usserst sensiblen Phase, zu seinen Menschen.
Nun ist es an dem neuen Hundebesitzer, aus seinem Welpen einen gut sozialisierten und souverÀnen Hausgenossen zu machen.
Der Welpe sollte nun möglichst viele soziale Kontakte sammeln dĂŒrfen. Er sollte sowohl zu Artgenossen als auch zu anderen Menschen gefĂŒhrt werden.Gezielt sollte der Welpe an verschiedene Umweltreize gewöhnt werden, dazu zĂ€hlen: Verkehr, Innenstadt, Strassenbahn, Jogger, Fahrradfahrer, BrieftrĂ€ger usw. In dieser Phase entscheidet es sich, wie der Welpe als erwachsener Hund auf diese Dinge reagiert. Wird der Hund nicht frĂŒh genug mit diesen so genannten Störfaktoren konfrontiert, ist er als erwachsener Hund evtl. geneigt höchst verĂ€ngstigt oder gar aggressiv mit dieser Situation umzugehen
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Jack und Luna_tolles Vorsitz
Ares wird ins Platz gebracht

So nun habe ich Sie ausfĂŒhrlich ĂŒber die Erziehung von Welpen unterrichtet aber es gibt ja nicht nur Welpen, die erzogen werden mĂŒssen. Bestimmt hat der eine oder andere sich auch schon einen Hund aus dem Tierheim, Tierschutzorganisation oder aus privater Hand geholt. Auf einmal merkt man, dass dieser Hund so gar nicht hört oder gar knurrt wenn er an die Leine soll. Vielleicht macht man auch eine Handbewegung die der Hund falsch deutet. Der Hund lĂ€uft von jetzt auf gleich los und stellt einen Jogger usw. es gibt bestimmt einiges was Ihnen bei diesem Thema einfĂ€llt. FĂŒr mich steht ausser Frage, dass man dem Hund der neu ins Familienrudel kommt erst mal Zeit geben muss sich an die neue Situation zu gewöhnen. Sie können Ihren neuen Hausgenossen erst mal in Ruhe beobachten und sich ein Bild von ihm machen. Sie sollten ihn draussen auf keinen Fall ohne Leine laufen lassen, solange er nicht auf Zuruf sofort zu Ihnen kommt. Das Kommando “Hier” können Sie Ihrem Hund in Verbindung mit Fressen sehr schnell beibringen. Alle Kommandos, die er von Ihnen lernt sollten immer mit einer Belohnung verbunden werden, sei es verbal, Leckerli oder Spielmotivation.
Nachfolgend habe ich Ihnen eine Liste erstellt, die Ihnen bei der Erziehung vielleicht eine kleine Hilfe ist
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GefĂŒttert wird der Hund nicht, wenn er will, sondern wenn sie es wollen!!! Es werden keine Leckerlis vom eigenen Teller an den Hund verfĂŒttert. Am besten ist, den Hund wĂ€hrend des Essens auf seinen Platz zu verweisen. GefĂŒttert wird der Hund erst wenn man selber schon gegessen hat! Ein Hund hat grundsĂ€tzlich nicht das Sofa oder das Bett in Beschlag zu nehmen. Es sei denn sie fordern ihn dazu auf. Der Hund wird ignoriert, wenn er fordernd oder aufdringlich wird. In anderen Situationen hingegen bekommt er reichlich Liebe und Zuwendung. Sie sollten den Hund regelmĂ€ssig bĂŒrsten und immer zu den selben Zeiten die Pflege des Hundes einkalkulieren. Er soll sich von Ihnen die Ohren, die ZĂ€hne, die Pfoten den Bauch kontrollieren lassen. Die Ohren werden regelmĂ€ssig einmal die Woche gesĂ€ubert, die Pfoten werden regelmĂ€ssig mit Vaseline, Ballistol animal oder Melkfett eingerieben. Wenn er diese Pflegemassnahmen ruhig und gelassen ĂŒber sich ergehen lĂ€sst wird er gelobt. Sollte er sich alles nur recht widerwillig gefallen lassen, mĂŒssen sie mit ihm ĂŒben. Heisst, jeden Tag eine andere Pflegemassnahme. LĂ€sst er sich die dann ruhig gefallen, wird der Hund gelobt und belohnt. Dann beginnt man mit der nĂ€chsten. Auch hier verfĂ€hrt man wie vorgegeben. Spielen Sie hĂ€ufig und regelmĂ€ssig mit dem Hund (wenn Sie es wollen….), doch Sie sollten ihn nicht alle Spiele gewinnen lassen, in denen es um Kraft, Tempo und Besitz geht. Geben sie ihm ruhig zwischendurch das Kommando “sitz” und “bleib”. Fordern Sie durch ihre Körperhaltung zum Spiel auf. Zeigen Sie ihm, dass das Spielen mit Ihnen das Tollste ist. Durch das Spiel mit Ihnen entsteht eine stĂ€rkere Bindung und Sie können Ihren Hund spĂ€ter aus verschiedenen Situationen heraus wieder auf sich aufmerksam machen. Schon recht frĂŒh sollten sie ihrem Hund beibringen, dass er Ihnen bei schmalen DurchgĂ€ngen den Vortritt zu lassen hat. Ihr Hund sollte nicht die Gelegenheit erhalten einen höheren Rang einzunehmen, er darf nicht auf einen Stuhl oder gar Tisch springen und auf sie herabschauen. Auch auf ihre Schulter sollte er nicht springen dĂŒrfen, wenn er noch nicht weiss wer in dem Rudel das SAGEN hat. Wenden Sie niemals körperliche Gewalt an. Sorgen sie stets dafĂŒr, dass ihr Hund klare Anweisungen erhĂ€lt. Vergessen sie nicht ihren Hund zu loben, wenn er die von Ihnen gegebenen Anweisungen direkt und korrekt befolgt. Üben Sie regelmĂ€ssig im Haus oder Wohnung die Kommandos “Sitz”, “Platz”, “Hier”. Denken Sie daran, dass Sie die Kommandos auch wieder auflösen. Haben Sie Ihren Hund z. B. ins Platz gelegt, dann sollten Sie darauf achten, dass Ihr Hund nicht von sich aus aufsteht. Sollte er dennoch aufstehen, dann fĂŒhren Sie ihn ruhig zu der ihm zugewiesenen Stelle und fordern das Platz ein.

Dies sind einige Grundregeln. Die Sie nicht unbedingt alle befolgen mĂŒssen... smile. Es handelt sich hierbei nur darum Ihnen einen „kleinen Leitfaden” zu geben. Ich habe diese Grundregeln vor Jahren gelernt und habe sie teilweise bis heute beibehalten. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, dann schicke ich oft meine RĂŒden voraus... auch wenn ich schmale Wege gehe. Ich kenne Besitzer, die ihren Hunden erlauben auf die Couch oder ins Bett zu springen. Die Hunde hören trotzdem aufs Kommando und stellen ihr Herrchen oder Frauchen nicht in Frage. Auf einigen Bildern werden Sie sehen, dass auch meine Hunde auf der Couch liegen. Es ist die sogenannte “Hundecouch”, meine Couch, sowie mein Bett, sind fĂŒr meine Hunde tabu.

 

Hier fĂŒhle ich mich wohl
diese Hundecouch2
Kira und Barney

Nun habe ich Sie ĂŒber die Erziehung von Welpen und Ă€lteren Hunden informiert. Ich möchte aber nicht versĂ€umen Ihnen noch ein wenig ĂŒber den Junghund mit auf den Weg zu geben. Mit ca. 6 - 9 Monaten (je nach Rasse!!!) steht der Hund an der Schwelle zur PubertĂ€t (ich bezeichne dies als so genannte Flegelphase), Herr Bloch bezeichnet solche Hunde gerne als Schnösel, was ich fĂŒr eine sehr treffende Bezeichnung halte. Die PubertĂ€t ist eine ganz wichtige Entwicklungsphase beim Hund! Der Mensch sollte sich nun niemals Inkonsequent seinem Hund gegenĂŒber verhalten. Nun gilt es, dass was man in der Welpenschule hoffentlich schon gelernt hat zu festigen und Kommandos konsequent ausfĂŒhren zu lassen. Viele Hundebesitzer machen die Erfahrung, dass ihr Welpe super “Sitz” und “Platz” können, auch das “Kommen” funktioniert völlig problemlos. Leider beschweren sie sich spĂ€ter, dass der Junghund diese Kommandos auf einmal nicht mehr „kann”... Sie beschweren sich auch, dass ihr Hund auf einmal nicht mehr hört und sie völlig ignoriert. Oft wird bemerkt, dass sich der Junghund verĂ€ndert. Er lĂ€uft laut bellend, Fahrradfahrern, Joggern, Katzen und vielleicht auch lĂ€rmenden Kindern hinterher. Dies ist ein Moment indem so mancher HundefĂŒhrer schon gemeint hat: Das hat mein Hund doch noch nie gemacht! Leider gibt es auch Junghunde, die auf einmal im GebĂŒsch verschwinden, weil sie dort einen Hasen gesichtet haben! Auch Begegnungen mit Artgenossen können in dieser Phase zu Problemen fĂŒhren. In solchen FĂ€llen hilft schimpfen nicht weiter, hier muss sofort gehandelt werden.
Bedenken Sie immer, Ihr Hund kann Sie nicht verstehen, wenn Sie mit ihm lauthals schimpfen. In solchen Momenten kann er Ihr schimpfen als BestĂ€tigung auffassen. Was dazu fĂŒhrt, dass er beim nĂ€chsten Mal versuchen wird wieder ein Erfolgserlebnis zu haben.

schneller Sandro

Fangen Sie also frĂŒhzeitig an, die erlernten Kommandos nun auch unter Ablenkung anzubringen. Wenn Sie SITZ, PLATZ, BLEIB bis jetzt nur im Haus oder Garten erfolgreich geĂŒbt haben, dann wird es Zeit, dass Sie diese Kommandos nun auch draussen anwenden. Ausser diesen drei Kommandos werden Sie Ihrem Liebling bestimmt noch mehr Kommandos beibringen. Ich möchte Ihnen aber auch empfehlen einige Signale zu konditionieren, bei vielen Hunden haben die Signale: “raus da”, “schau” oder “gucken”, “aus” und “Hand”, schon viel Erfolg gezeigt. Ich habe bemerkt, dass viele Hunde viel eher auf Signale reagieren, als auf Kommandos. NatĂŒrlich sollten Sie auch darauf achten, dass Ihr Hund auf das Kommando HIER oder KOMM zuverlĂ€ssig hört. Bemerken Sie, dass ihr Hund zwar kommt wenn Sie ihn rufen, aber auf den Weg zu Ihnen noch dort einen Baum markiert oder da einen GrasbĂŒschel beschnĂŒffelt, doch noch mal umdreht um noch mal eben einen anderen Hund zu begrĂŒssen, dann hört Ihr Hund leider nicht. Es gibt nun mal Situationen wo es dringend erforderlich ist, dass Ihr Hund sofort und ohne Umweg zu Ihnen kommt. Zu diesen Situationen zĂ€hlen unter anderem die schon oben erwĂ€hnten. Ein Hund der gelernt hat, es ist schöner bei Frauchen oder Herrchen, der wird gerne und ohne Umwege angelaufen kommen. Bieten Sie ihrem Hund unterwegs verschiedene Spiele an, entweder spielen Sie mit ihm oder Sie machen mit ihm Suchspiele, FĂ€hrtenarbeit, Ballspiele, Frisbee, Apportieren usw. Ihr Hund sollte lernen, dass Sie die Hauptperson sind und er sich auf Sie voll verlassen kann. Wenn Sie ihm zeigen, dass es sich lohnt bei Ihnen zu sein und Sie zu beobachten (weil es könnte ja sein, dass Sie wieder was feines mit ihm spielen...), dann braucht er keinem Jogger oder Fahrradfahrer hinterher zu laufen um Abwechslung zu haben.

Sollten Sie unsicher sein, ob Ihre Erziehung mit Ihrem Hund die richtige ist, dann kann ich Ihnen nur empfehlen, sich an eine Hundeschule oder einem Hundeverein zu wenden. Dort lernt Ihr Hausgenosse den richtigen Umgang mit den genannten Situationen und auch Sie bekommen bestimmt nĂŒtzliche Tips, wie Sie sich gegenĂŒber Ihrem Hund verhalten sollte

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