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Amy und 2er Welpe.jpg
Es beginnt

Die Geburt
Unmittelbar vor den ersten Wehen scharrt die Hündin, dies ist eine Instinkthandlung. Setzen die Wehen ein, dann wird das Rückgrat hochgekrümmt. Hat sich die Hündin zusammengerollt und einen Hinterlauf gehoben, dann kommt der erste Welpe. Beim Austreten des Welpen wird die Ei-Haut abgeleckt und wie die Nachgeburt auch, aufgefressen. Der Welpe wird ca. drei Zentimeter vor dem Bauch abgenabelt. Die Mutter leckt den nassen Welpen ab und dieser reisst sein Mäulchen weit auf , streckt die Zunge heraus und tut den ersten Schnaufer. Bei den anderen Welpen macht die Mutter dasselbe.Die ersten Tage passiert mit den Welpen noch nicht viel. Die einzige Bewegung des Welpen ist das pendeln mit dem Kopf. Dann kommt noch das kriechen, zum Buch der Mutter hinzu und das saugen an den Zitzen. Da der Hund anfangs Bewegungsunfähig ist, wird er im Nest (Wurfkiste) aufgezogen.
Vegetative Phase
Die Augen sind geschlossen, die Ohren zu, der Geruchssinn noch nicht ausgebildet. Dennoch findet er die Zitzen der Mutter, das Schmatzen beim saugen kann man gut hören. Das finden der Zitze ist in der Erbmasse festgelegt. Ansonsten kann der Welpe nur schreien, dies veranlasst die Mutter, sich mit ihm zu beschäftigen. Ist der Welpe ruhig, dann geht es ihm gut, schreit er, dann fehlt ihm etwas. Dieses schreien ist wichtig, denn so kann er sich z. B. bemerkbar machen, wenn er aus der Kiste fällt oder wenn er sich zu weit entfernt hat. Wobei der Welpe sich mehr oder weniger im Kreis bewegt. Der Welpe kann sich mit seinen Beinen abstemmen und den Kopf gegen die Zitzen der Mutter drücken, er kann sich aber auch von der Mutter wegdrücken. Dieser sogenannte „Milchtritt“ reizt die Mutter zum Milch geben.

 

Übergangsphase
Die dritte Lebenswoche erschliesst dem Welpen die Umwelt.( Recherchen von Dr. Dorit Feddersen-Petersen haben unterschiedliche Entwicklungsphasen z. B. vom Golden Retriever 15. – 28. Tag, vom Labrador Retriever 19. – 35. Tag oder vom Siberian Husky 8. – 16. Tag ergeben).
Augen und Gehörgänge öffnen sich, ab ca. dem 18. Tag beginnt der Welpe zu sehen. Am gleichen Tag setzt auch der Geruchssinn ein. Von nun an wird von ihm alles mit der Nase erforscht. Auf Geschwister beziehungsweise die Mutterhündin gerichtete Verhaltensweisen wie Pföteln, Vorderkörper-Tief-Stellung, Schwanzwedeln sowie diverse Spielaufforderungen entwickeln sich jetzt. Auch kommt es bei verschiedenen Rassen nun zu Knurr- und Bellversuchen. Abwehrreaktionen sind feststellbar, der Welpe wirft sich schreiend auf den Rücken und bietet seinen Bauch dar, dieses Verhalten hemmt die Wurfgeschwister weiterzuspielen (erste Beisshemmung).

 

Prägungsphase (lt. Feddersen-Petersen: Periode der Zuwendung zur Aussenwelt)
Von der 4. bis zur 9. Woche wird der Kontakt zur Umwelt täglich intensiver. Alles wird nun intensiv untersucht und wahrgenommen. Wahrnehmungen können nun mit Gehör, Gesicht und Geruchssinn geordnet werden. Die Sinnesleistungen sind voll entwickelt. Die Bewegungen sind koordinierter und schneller und der Welpe hat nun Lust auf Bewegung. Er zeigt nun sehr konkret an ob er Angst vor etwas hat (Schwanz eingezogen), Unsicher ist (Ohren angelegt) sich freut oder spielen will (Schwanz wedelt leicht), erste Drohversuche (Fell sträuben, Zähne zeigen) und erste Bell versuche.
Neugier und Lerntrieb beherrschen diese Zeit, nun sollte der Welpe schon mit verschiedenen Umweltreizen (behutsam) konfrontiert werden, denn dies ist wichtig für die Charakterentwicklung des Hundes. Wenn vorher die Mutterhündin allein verantwortlich war, dann kommt spätestens jetzt der Mensch (Züchter) zum Zuge. Die Welpen lernen die Hände des Menschen kennen, sie dürfen daran schnuppern, sie werden damit gestreichelt, sie dürfen damit spielen usw. Der Welpe wird nach draussen geführt und sollte schon verschiedene Geräusche als völlig selbstverständlich erfahren. Ein guter Züchter wird dafür sorgen, dass die Welpen schon Kontakt zu adulten Hunden erhalten, damit sie jetzt lernen sich anzupassen und keine Angst vor anderen Hunden haben. Also wäre festzustellen, je mehr die Welpen in dieser Phase lernen um so besser können sie sich später mit ihrer Umwelt auseinandersetzen. In dieser Phase muss aber auch darauf geachtet werden, dass sie nichts negatives erfahren, denn das macht sich später bemerkbar (Angst bei Gewitter, Angstverhalten bei lauten Geräuschen, Unsicherheit oder Abwehrreaktion bei Kindern usw.).
Der Welpe führt nun Scheinkämpfe mit seinen Geschwistern aus, er legt auch schon mal versuchsweise seinen Kopf bei eines seiner Wurfgeschwister auf (Taktile Kommunikation, Dominanzverhalten). Er versucht alles Zerreissbare zu zerreissen, alles Kaubare zu zerkauen, Gegenstände werden abseits gelegt und bewacht. Er rauft sich mit seinen Geschwistern ums Fressen. In dieser Phase sollte er immer in Gemeinschaft gefüttert werden, da er sonst sein Leben lang „futterneidisch“ bleibt. Das sind dann die Hunde, die Frauchen oder Herrchen bedrohen wenn es ums „Fressen“ geht (Territorialinstinkt).

 

Hey Schlange-ich mach dich fertig Welpen im Tunnel
aktive Welpen Toben, toben und nochmals toben

Phase der Rangordnung
Hierbei handelt es sich um eine sensible Phase des Welpen. Sie ist zwischen der 13. – 16. Lebenswoche. (von Rasse zu Rasse unterschiedlich, z. B. bei Rottweilern oder Herdenschutzhunden ist die Wurfrangordnung schon vorher abgeschlossen). In dieser vorläufigen Wurfrangordnung spielt das Üben von Dominanz und Unterordnung eine grosse Rolle. Hier liegt es am erblich verankerten Temperament des einzelnen Welpen, ob er eher das eine oder das andere ist. Wenn der Welpe in dieser Phase lernt, dass er mehr Erfolg hat, wenn er Dominanz zeigt, dann wird er auch später auf jede neue Situation erst einmal mit Dominanz reagieren. Andere Welpen lernen in dieser Phase, je mehr sie sich unterordnen, um so weniger passiert. Sie werden später auf jede neue Situation erst einmal mit Unterordnung reagieren.
Als Halter eines eher dominanten Welpen, sollte man diesen daher jeden Tag einmal auf den Rücken drehen. (Ein guter Züchter hat das vorher schon erkannt und macht dies schon vorher, ca. 9. – 13. Woche). Wobei ich darauf hinweisen möchte, dass es jedem Hund gefällt unter dem Bauch gestreichelt zu werden. Also bitte den Welpen nicht mit Gewalt auf den Rücken drehen, sondern während der “Schmusestunde” mit einfliessen lassen!Submissive Hunde kann man auch mal ein “Spiel“ gewinnen und die sogenannte „Beute“ wegtragen lassen.

 

ich mach dich fertig
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spielen1

Rudelordnungsphase
Der 5. bis 6. Monat wird kritisch. Der Hund entwickelt sein Umgebungsbewusstsein und reagiert auf Veränderungen nervös und ängstlich. Er ist jetzt für Angstgefühle besonders anfällig und kann durch einen Schock seelischen Dauerschaden erleiden. Während der Rudelordnungsphase sollte man es vermeiden wegzufahren, den Hund wegzugeben, ihn nicht mit in den Urlaub nehmen, umzuziehen oder die Wohnung zu renovieren. Schon die kleinsten Veränderungen können den Hund in dieser Phase verunsichern und bei ihm spätere Verhaltensprobleme auslösen. Der junge Hund wird nun probieren wie weit er gehen kann. Er fordert uns heraus, indem er bereits erlernt Kommandos überhört oder sich kaum auf uns konzentriert. Er hat eine sehr starke Neigung , innerhalb des Rudels seinen Rang zu erhöhen. Er wird nun lernen müssen, dass es auch andere „dominante“ Menschen gibt (z. B. den Tierarzt). Er lernt ausserdem den Nutzen der Rangordnung in Bezug auf erfolgreiche Zusammenarbeit und zur Vermeidung von Aggression kennen.
Pubertätsphase
Nun kommt der Hund in die Endphase der körperlichen und geistigen Entwicklung. Man nennt dies die Übergangszeit zum Erwachsensein, diese Zeit ist relativ kurz. Wann sie eintritt ist von Rasse zu Rasse unterschiedlich. Auch reagieren die Hunde hier ganz unterschiedlich. Zu beobachten ist, dass diese Phase so ab dem 7. – 10. Monat eintritt (wie schon erwähnt von Rasse zu Rasse verschieden). Die Phase äussert sich oft durch sehr flegel- und rüpelhaftes Verhalten des Hundes. Es werden z. B. Fahrräder, Jogger, Autos, laufende Kinder, rollende Bälle usw. verfolgt. Für die Erziehung des Hundes bedeutet das:
Vorbeugen, dass der Hund zu viel Eigeninitiative entwickelt . Das Trainingsniveau sollte während dieser Phase etwas zurückgeschraubt werden. Gelerntes aber stabilisiert.

 

Hundegruppe

Adoleszensphase

Noch eine wichtige Entwicklungsphase beim Hund. Sie beginnt mit ca. 2 Jahren, dies ist jedoch wieder von Rasse zu Rasse unterschiedlich. Je stärker das Territorialverhalten des Hundes ist, um so später wird diese Phase erreicht. Je dominanter ein Hund ist und er in seinem Rudel keine „untergeordnete“ Rolle spielt, dann kann es passieren, dass er sich auf einmal in die Kindererziehung einmischt. Oder: Früher hat er mit anderen Hunden gespielt nun beisst er sich mit ihnen.

Plötzlich sind Probleme da, die vorher nicht da waren. Aber diese „Probleme“ haben sich vorher schon aufgebaut. Denn auch vorher hat ein solcher Hund nicht gespielt, sondern nur geübt. Geübt bis er reif für die „Übernahme“ war.

 

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