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Was ist Dominanz?
Alle Hunde sind obligat soziale Tiere. Dies bedeutet, dass es für sie lebensnotwendig ist, in einer hierarisch stabilen Gruppe zu leben. Egal ob es sich um eine „Mensch-Hund“ oder „Hund-Hund“ Beziehung handelt, Dominanz bedeutet immer, dass einer der beiden Partner „Kontrolle“ über bestimmte wertvolle „Ressourcen“ hat und der andere dies akzeptiert.Somit ist „dominantes Verhalten“ relativ und auch variabel – denn es ist abhängig von den jeweiligen Partnern und manchmal auch von der Situation.

Bei der Mensch-Hund Beziehung muss also der Mensch in der Lage sein, seinem Hund jederzeit zu suggerieren, dass alles in bester Ordnung ist und die Lage stabil. Wir sollten bedenken, dass der Hund nicht in der Lage ist sich selbst zu versorgen. Also ist es an uns ihm zu zeigen, dass wir die Kontrolle über alle wichtigen „Ressourcen“ haben. Somit geben wir ihm die soziale Stabilität und psychische Sicherheit, die er dringend benötigt. Wir können beobachten, dass die meisten Hunde, die nicht korrekt im Rang eingewiesen worden, ein generalisiertes Angstproblem haben. Denn sie sind mit der Aufgabe, das Rudel vor Schäden zu schützen, gänzlich überfordert. Also kommen wir zu dem Schluss, dass nur eine „stabile Rangordnung“ eine unabdingbare Grundregel für unsere „Erziehungsarbeit“ darstellt.

 

Begegnung unter Hunden

Wenn ein Hund, die Führung durch seinen Halter nicht freudig akzeptiert, dann kann man davon ausgehen, dass die Erziehung fehlschlägt.Der Hundeführer muss sich also darüber im klaren sein, dass es seine „Pflicht“ ist, die Position des „Rudelführers“ einzunehmen, da er nur so seinem Hund ein artgerechtes Leben bieten kann. Wichtigste Voraussetzung hierfür ist, dass man sich mit dem Verhalten und der Kommunikation des Hundes auseinandersetzt. Der Welpe, der schon bei seinen Wurfgeschwistern durch Rangeleien zuerst an sein Fressen gelangt, hat schon ein gewisses Durchsetzungsvermögen. Bitte aber daran denken, dass das mit einer endgültigen Rangordnung noch nicht viel zu tun hat.
Schon mehrfach wurde von mir erwähnt, dass einer die Kontrolle über wertvolle Ressourcen hat und der andere dies akzeptiert. Dies wird durch Verhaltensweisen des Alltags und eindeutige Signale oder Demonstration der Macht ununterbrochen abgesichert. Fressen, schlafen, um Aufmerksamkeit betteln, spielen, Körperkontakt, Initiative und Fortpflanzung, also jede Handlung des täglichen Lebens, haben eine hierarische Bedeutung.
Durch diese rituelle und symbolische Abwicklung der Hierarchie sind Kampfeinsätze nur in Entscheidungssituationen notwendig – nämlich dann, wenn es um die definitive Übernahme der Führung geht. Meistens gehen solcher Angriffe unzählige voraus, in denen einer der Partner Punkte sammelt und der andere dauernd verliert (in diesem Fall leider der Mensch).

 

fünf Hunde sehen Leckerli
diese Hundecouch1
Geburtstagskuchen Attila
Fressen
Riesen Bett- kleiner Welpe1

Was passiert denn wenn die Rangordnung nicht festgelegt ist?
Ist die Rangordnung nicht klar geregelt, dann muss es früher oder später zu gravierenden Problemen kommen. Meist sind Aggression oder Angst die Folge.In den meisten Fällen, die ich bisher erlebt habe und auch aufgrund dem was ich bisher geschrieben habe, stellt sich also heraus das der Mensch allein Schuld daran ist, wenn der Hund die Führung in Frage stellt oder gar selber übernehmen möchte. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo der Hund die Herausforderung annimmt und die Position endgültig klarstellen will. Er hat bei den Kindern angefangen bis hin zu den weiblichen oder männlichen Familienmitgliedern seinen Rang zu erobern. Nun ist nur noch ein „letztes Mitglied“ zu überwältigen. Oft handelt es sich bei diesen Hunden um Rüden von 3,5 – 4 Jahre.
Sie haben nun im Laufe der Jahre eine grosse Anzahl von Punkten gesammelt und können nun den „Umsturz“ wagen.
Da es sich meist um eine „Erstkampfsituation“ handelt, kann diese Konfrontation gefährlich werden. Je größer der Hund ist umso gefährlicher kann dann auch die Situation sein. Hunde die schon gewisse Vorrechte haben beginnen nun sie auch zu verteidigen. Ist man nicht in der Lage vorherige Drohungen zu erkennen, wenn man sie gar respektiert oder missverstanden hat, kann es auch zu Einsatz von „Hundezähnen“ kommen.
Ich habe mit Hundeführern gesprochen, die ganz entsetzt reagiert haben, weil ihr Hund sie während des streicheln auf einmal in die Hand biss.
Eine Frau erzählte mir, dass sie nicht aus ihrer Küche raus konnte, weil ihr Hund zähnefletschend vor ihr stand.
Ein Hundeführer fragte mich, warum sein Hund ihn angeknurrt hat, er wollte ihn doch nur von der Couch holen….

 

Es gibt unzählige solcher Beispiele, leider aber auch viele Hundeführer, die tatsächlich die Schuld beim Hund suchen und ihn dann wegen sogenannter „Verhaltensstörungen“ ins Tierheim bringen. Das diese „Verhaltensstörungen“ vom Menschen verursacht werden darauf kommen die wenigsten.
Was sollte man also tun, um solche Situationen auszuschliessen?
Am besten wäre es, wenn man mit der Erziehung des Welpen sofort mit Eintreffen beginnt. Schon der Welpe kann lernen, dass er für sein Fressen etwas tun muss. Da Welpen gerne „sitz“ machen, wenn sie dafür eine Belohnung erhalten, ist es auch ein leichtes ihn herbeizurufen, „sitz“ machen zu lassen und ihm nach kurzer Zeit sein Fressen zu geben.
Der Junghund ab dem 4. Monat sollte schon ihn seinen Rang eingewiesen werden. Schon jetzt werden vom Hundeführer alle wichtigen Ressourcen für den Hund übernommen. Diese wichtigen Ressourcen für unsere Hunde sind:
Futter – Zuwendung – Spiel
Nun werde ich alles auflisten und ihnen genau erklären warum dies wichtig ist.
Futter
Der Hund bekommt einen Platz zugewiesen und muss warten, bis alle Familienmitglieder gegessen haben. Evtl. geht man dann mit ihm noch spazieren. Auch nach dem Spaziergang muss er noch nicht sein Fressen erhalten (Sie bestimmen wann ihr Hund frisst). Haben Sie für sich entschieden, dass es nun Zeit ist Ihren Hund zu füttern, dann machen Sie in aller Ruhe das Fressen für ihn fertig. Der Hund hat auf seinem ihm zugewiesen Platz zu liegen oder zu sitzen. Dann wird er heran gerufen. Auch in dieser Situation hat er „sitz“ zu machen. Das Fressen wird vor ihm hingestellt. Nun wird abgewartet, es kann sein, dass der Hund leise vor sich hin weint, es kann sein das er bellt, es ist auf jeden fall so, dass er speichelt (kann man wegwischen), dies wird von Ihnen ignoriert. Wenn der Hund sich ruhig verhält, dann können Sie das Kommando zum „fressen“ geben. Sollte der Hund ohne Ihr Kommando anfangen zu fressen wird die Schüssel weggenommen und Sie beginnen das „Spiel“ von vorne. Schon hier ist Ihre Geduld und auch „Konsequenz“ notwendig.
Nun noch mal zum Welpen, ich habe ihnen ja schon vorher mitgeteilt, dass dieser noch „gern“ sitz macht, wenn er dafür eine Belohnung erhält. Bei ihm wird natürlich nicht solange gewartet bis er sich beruhigt. Wenn er ruhig sitz macht, wartet man einen Moment und dann darf er fressen. Hier wird aufgebaut später darf ein Hund auch ruhig mal etwas länger vor seinem Fressnapf verweilen! Da es in der Natur von Welpen liegt, dass sie irgendwann anfangen ihr „Fressen“ durch knurren verteidigen zu wollen, müssen sie ihm das „Futter“ wegnehmen und noch mal von vorne anfangen. Wie schon erwähnt ganz ruhig „sitz“ machen lassen und kurze Zeit später „fressen“ lassen. Dies muss evtl. mehrmals wiederholt werden aber ihr Welpe versteht irgendwann, dass er sein „Fressen“ nicht verteidigen muss.
Bitte bedenken Sie, dass ein Hund, der während Sie essen etwas von IHREM Teller abbekommt, wieder einige Punkte gegen sie sammelt!!

 

Ruheplatz:
Der Welpe bekommt einen festen Platz zum „schlafen“ zugewiesen. Bitte versuchen sie diesen nicht zu weit aber auch nicht zu nah beim „Rudelführer“ einzurichten. Auf keinen Fall darf der Hund mit ins Bett, denn eine „Verbrüderung“ mit dem Ranghöchsten erhöht wieder die „Rangposition“ des Hundes gegenüber der anderen Familienmitglieder (leider in diesem Fall meist die Kinder). Allerdings ist es „jedem“ Familienmitglied gestattet sich auf den Ruheplatz den Hundes zu begeben (bei Kindern natürlich ist immer ein Erwachsener zur Kontrolle dabei)
Auch hier sei darauf hingewiesen, dass ein Hund der bei Ihnen im Bett schläft wieder einige Punkte gegen sie sammelt!
Körperkontakt:
Die Initiative ihren Hund zu streicheln, oder zu pflegen hat immer von ihnen auszugehen. Tägliche Pflege ist die Voraussetzung für einen gesunden Hund und das Vorrecht des Rudelführers. Nun fragen sie sich sicherlich warum soll ich meinen Hund tagtäglich pflegen, ich habe doch einen Hund mit kurzem Fell und brauch ihn nicht ständig zu bürsten.
Nein, einen Hund mit kurzem Fell evtl. auch noch „drahthaarig“ müssen sie nicht Tag für Tag bürsten. Aber zur Pflege gehört noch viel mehr. Sie müssen ihn jeden Tag untersuchen, auf Parasiten, auf Dermatitis, auf Milben, die Ohren werden nachgesehen, die Pfoten untersucht, die Zähne und das Zahnfleisch kontrolliert. Sie sehen also es ist gar nicht so einfach.
Auch in diesem Fall bedenken sie bitte, dass jede Aufforderung des Hundes, der sie wiederum nachgehen wieder ein „Punkteverlust“ für sie darstellt.

 

Spielen:
Hier sei gesagt, dass nur der Rudelführer das Spiel eröffnen sollte. Er bestimmt wann gespielt wird und er bestimmt auch womit gespielt wird. Dazu muss ich noch erwähnen, dass jeder Hund gerne spielt aber wir als Hundeführer es uns unheimlich schwer machen mit unserem Hund richtig zu spielen. Wenn der Hundeführer keine Lust hat oder gar körperlich gehemmt ist, dann wird der Hund irgendwann zeigen, dass er über das Spielen nicht mehr zu besonderen Aktivitäten angeleitet wird.
Also nur der Rudelführer beginnt und beendet das Spiel. Der „Sieg“ wie auch das „Spielzeug“ gehören immer zuletzt dem „Rudelführer“.
Durchgangsrecht:
Durchgänge, Türen, schmale Wege…..in diesem Fall hat der Hund eigentlich hinter seinem Menschen zu gehen. Der Rudelführer bestimmt den Weg, den der Hund zu laufen hat. Als nächstes wird darauf geachtet, dass der Hund nicht einfach zur Tür zu laufen hat, wenn Besuch kommt. Der Hund hat sich ruhig auf den ihm zugewiesenen Platz zu setzen und abzuwarten. Der Rudelführer darf als erstes den Besuch empfangen, denn immerhin haben wir ja nun gelernt, dass der Rudelführer für die „Absicherung“ der Rudels zuständig ist und nicht der Hund.
Dies ist ein allgemeiner Hinweis auf die „Hierarchie“ zwischen den jeweiligen Partnern.
Sollten Sie schon einen Hund haben der evtl. ein „Dominanz Problem“ oder eine „Verhaltensstörung“ aufweist, dann kann ich Ihnen nur einen kompetenten Hundetrainer oder einen Hundepsychologen empfehlen. Denn ich habe nur einige Anhaltspunkte für eine artgerechte Haltung „Ihres“ Vierbeiners gegeben. Wenn Sie in der Nähe von Köln wohnen, dann würde ich mich freuen, wenn Sie auf mich zukommen würden. Schauen Sie unter Hundeschule und lernen Sie mich kennen.

 

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Riese und Zwerg